Produktionsleiter/in (IHK)

Zwölfmonatige* berufsbegleitende Weiterbildung
Nächster Kursstart: Januar 2018
Anmeldung: AB SOFORT

Gemeinsam mit Experten der Branche haben wir eine Qualifizierungsmaßnahme entwickelt, die gezielt und praxisorientiert Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Tätigkeit als Produktionsleiter vermittelt. Dieser Lehrgang dient auch als Vorbereitungskurs zur Fortbildungsprüfung zum/r Produktionsleiter/in vor der Industrie- und Handelskammer (IHK), durch deren erfolgreichen Abschluss die Teilnehmer eine anerkannte Berufsausbildung auf dem Niveau eines Industrie- oder Handwerksmeisters erlangen.

Berufsbild

Die Tätigkeit des Produktionsleiters erstreckt sich auf sämtliche audiovisuellen Produktionsvorhaben in den Bereichen Kinofilm, Fernsehen, Industrie- und Werbefilm sowie Dokumentar- und Lehrfilm. Der Produktionsleiter führt ein Produktionsvorhaben in wirtschaftlicher und organisatorischer Verantwortung durch. Zuständig für Arbeitsplanung und Produktionsdurchführung trifft er alle Entscheidungen im Hinblick auf ein optimales Endprodukt, jedoch unter Einhaltung ökonomischer, ökologischer und juristischer Grenzen.

Aber auch Grenzen des Anstandes und der guten Sitten wird er erkennen und sein Vorgehen danach ausrichten. Sein künstlerisch-kaufmännisches Doppel-Verständnis hilft ihm, Drehbuchinhalt und Regievorstellung dem Vorhaben gerecht zu bewerten und dem Budget zuzuordnen.

Technische Abläufe und Zusammenhänge weiß er in Dauer und Kostenaufwand sachlich richtig einzuschätzen. Mit administrativem Können, kaufmännischem Weitblick und der nötigen Erfahrung bringt er künstlerischen Anspruch und finanzielles Kalkül in Einklang. Mit psychologischem Einfühlungsvermögen versucht er auseinanderdriftende und gegensätzliche Interessen zu bündeln. Kompromissfähig wird er sich immer dann zeigen, wenn es die Interessenlage des Vorhabens erfordert. Seine Kontrollfunktionen übt er mit Detailwissen und dem notwendigen Durchsetzungsvermögen aus. Die ihm anvertrauten Finanzmittel verwaltet er nach kaufmännischen Regeln sparsam und korrekt, jedoch flexibel und mit der nötigen Risikobereitschaft, das künstlerische Ergebnis nicht aus dem Blickfeld verlierend. Die Gesamtorganisation richtet er strikt auf Effektivität aus, immer in Bereitschaft, mit Unvorhersehbarem konfrontiert zu werden. Seine Entscheidungen, oftmals unter enormem Zeitdruck zu treffen, sind irreversibel, bedürfen daher großer Erfahrung und sicheren Einschätzungsvermögens.

Qualifikation und Kompetenz des Produktionsleiters erweisen sich letztlich bei der Planung, Steuerung und Durchführung eines Produktionsvorhabens, eines äußerst komplexen und komplizierten Unterfangens, bei dem Unwägbarkeit und Zufall kalkulierbar gemacht werden müssen.
Quelle: Bundesverband Produktion Film und Fernsehen e.V. (BVP)

Zielgruppe

Die Weiterbildung richtet sich gleichermaßen an freiberufliche Film- und Fernsehschaffende wie auch an feste und freie Mitarbeiter von Sendern und Produktionsfirmen, die ihre Kenntnisse erweitern und sich im Bereich Produktionsleitung qualifizieren wollen – auf Wunsch auch in Verbindung mit einem anerkannten Berufsabschluss.

Inhalte

Der Lehrgang besteht aus theoretischem und fachpraktischem Unterricht und orientiert sich am Rahmenstoffplan der IHK sowie am einschlägigen Berufsbild des BVP. Zu den behandelten Inhalten zählen insbesondere:

Produktion

  • Allgemeine Produktionsgrundlagen
  • Berufsbild und Verantwortlichkeit des Produktionsleiters
  • Mitarbeiter – Aufgaben, Schnittstellen, Hierarchien
  • Zulieferer und Dienstleister
  • Geräte- und Produktionstechnik
  • Studio- und Außenübertragung
  • Postproduktion
  • Dramaturgie
  • Kommunikation und Verhandlungsführung

Kaufmännische und rechtliche Inhalte

  • Filmförderung und Filmfinanzierung
  • Informationstechnologie für die Produktionsleitung
  • Versicherungen
  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
  • Recht und Gesetz

Kalkulation und Organisation vor den Dreharbeiten

  • Theoretische Grundlagen der Kostenkalkulation
  • Kalkulation der Herstellungskosten
  • Gagen, Honorare und Lohnnebenkosten
  • Terminplanung und Koordination in der Vorbereitung
  • Dreharbeiten im Ausland
  • Produktionsleitung in unterschiedlichen Produktionsbereichen

Kontrolle und Organisation während der und nach den Dreharbeiten

  • Kontrolle von Produktionsabläufen
  • Kontrolle der sachgerechten Verwendung von Finanzmitteln
  • Repräsentation, PR und Pressearbeit
  • Endabwicklung

Ablauf und Abschluss

*Die berufsbegleitende Weiterbildung „Produktionsleiter/in (IHK)“ umfasst 416 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Diese werden an 52 Tagen bzw. 26 Wochenenden innerhalb eines Zeitraumes von rund zwölf Monaten abgehalten. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat der Münchner Filmwerkstatt.

Die Qualifizierungsmaßnahme endet rechtzeitig vor einer IHK-Fortbildungsprüfung für Produktionsleiter, die die Teilnehmer auf eigenen Wunsch ablegen können. Derzeit bieten die Kammern in Köln und Berlin diese Prüfung an. Prüfungsgebühren sowie anfallende Reise- und Übernachtungsausgaben sind nicht im Teilnehmerbeitrag enthalten. Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen, Kosten und Formalitäten erteilt die jeweilige Industrie- und Handelskammer u.a. auf ihrer Website.

Qualitätssicherung

Sowohl die Weiterbildungsmaßnahme „Produktionsleiter/in (IHK)“ als auch wir als Maßnahmenträger sind durch die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS), einer von der Bundesagentur für Arbeit als fachkundig anerkannten Stelle, nach der AZAV zertifiziert. Außerdem gehören wir dem MedienCampus Bayern e.V. an.

Kosten und Förderung

Der Teilnehmerbeitrag für den Weiterbildungslehrgang „Produktionsleiter/in (IHK)“ beläuft sich auf 6.300 Euro, zahlbar in zehn Monatsraten. Bei Zahlung des vollen Betrags vor Kursbeginn wird Rabatt gewährt. Umsatzsteuer fällt nach § 4 Nr. 21 a) bb) UStG nicht an. In dem Betrag enthalten sind Lehr- und Unterrichtsmaterialien sowie eine zeitlich befristete Lizenz einer Branchensoftware.

Weiterbildung in Deutschland wird vielfältig gefördert – auf www.filmseminare.de/finanzierung findet sich eine laufend aktualisierte Übersicht aller uns bekannten Förderprogramme. Für diesen Lehrgang sind besonders das Meister-BAföG, die Bildungsschecks mancher Bundesländer und für Arbeitgeber WeGebAU interessant.

Um gerade kleine und mittlere Produktionsfirmen bei der betrieblichen Weiterbildung ihrer festen und freien Mitarbeiter zu unterstützen, gewähren wir den Mitgliedsfirmen der Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. einen Rabatt von 15 Prozent. Die auf die Produktionsfirma entfallenden Kosten für diese Qualifizierungsmaßnahme belaufen sich daher nur auf 5.355 Euro je Teilnehmer.

Anmeldung

Interessenten kontaktieren uns bitte für ein persönliches Beratungsgespräch zu Weiterbildungswunsch und -zeitpunkt. Im Anschluß daran kann ein Schulungsvertrag abgeschlossen werden. Teilnehmer, die die Prüfung vor der IHK anstreben, sollten ihre Zulassung dort bereits beantragen, bevor sie den Vertrag mit uns unterzeichnen.

Download

Informationsbroschüre „Produktionsleiter/in (IHK)“

PS.

Den gleichen Lehrgang gibt es übrigens auch in Köln und Berlin-Babelsberg