Seminarvorschau: Film verstehen

Warum ist ein Film spannend und ein anderer langweilig und vorhersehbar? Was fasziniert und zieht die Zuschauer in die Story?
Welche Möglichkeiten der Gestaltung gibt es und wie funktionieren diese Mechanismen? Unser Seminar Film verstehen mit Dozent Michael Wolf führt die Teilnehmer an das analytische Schauen von Filmen heran und geht diesen und vielen weiteren spannenden Fragen auf den Grund. Dabei werden verschiedene Darstellungsmethoden des Mediums Film und das wichtige Zusammenspiel der Gestaltungsmittel behandelt, wie beispielsweise:

  • Wie wird der Eindruck von Realismus oder Fantasie erzeugt?
  • Wie werden die Erzählelemente angeordnet, aus denen die Geschichten bestehen?
  • Was macht eine Hauptfigur aus?
  • Wie funktioniert ein Drei-Akter, wie Suspense?
  • Was genau ist der vielzitierte MacGuffin?

Anhand von anschaulichen Filmausschnitten lernen die Teilnehmer, relevante Merkmale zu isolieren und ihre Bedeutung zu entschlüsseln. Dabei eignet sich das Seminar ebenso für Filmemacher wie für Redakteure, Journalisten, Lehrer und alle Filminteressierten, die Film nicht nur genießen, sondern auch verstehen wollen. Zusätzlich findet das Seminar in Kooperation mit der LAG Jugend & Film Bayern, dem bayerischen Landesverband des Bundesverband Jugend & Film, statt.

Weitere Infos zu diesem und unseren anderen Angeboten sind auf unserem Buchungsportal unter www.filmseminare.de zu finden. Besonders attraktiv: Bis 14 Tage vor Beginn bieten wir zudem einen Frühbucherrabatt an.

All unsere Seminare aus unserem Programm können auch zur Firmenweiterbildung, Mitarbeitermotivation oder als Geschenk für Geschäftspartner, Kunden, Freunde oder Kinder gebucht werden!
Antworten auf häufige Fragen z.B. zu Ort, Uhrzeiten, Unterkunft, Anmeldung, öffentlicher Förderung – beispielsweise mit den Prämiengutscheinen der Bildungsprämie (durch die bei Vorliegen der Voraussetzungen 50 Prozent des Teilnehmerbeitrags übernommen werden) -u.v.a.m. finden sich unter www.filmseminare.de/muenchen/faq – die dort niedergelegten Regelungen sind gleichzeitig auch unsere Vertragsbedingungen.

Filmwerkstatt aktuell

Gerade ist die Anmeldefrist für unsere Autorenwerkstätten DOK.lab und STOFF.lab vorbei, schon stecken wir in den nächsten Vorbereitungen: Die Bewerbungen für die nächsten „Freiwilligen“ des Europäischen Solidaritätskorps der Europäischen Union werden gesichtet, Interviews per Zoom geführt und schon in ein paar Wochen können wir wieder junge Europäer*innen bei uns begrüßen. Zuvor werden wir unsere beiden aktuellen Kolleginnen Emma Gensane und Kawther Bahrouni verabschieden, die uns seit Herbst 2019 in unserem Team großartig unterstützen. Bis dahin bleibt aber noch etwas Zeit – beispielsweise um die nächsten Seminare vorzubereiten. Und wer sich den Frühbucherrabatt für unsere kommenden Seminare sichern möchte, kann bereits jetzt in unserem Programm stöbern und sich für die passende Weiterbildung anmelden. Unsere Dozenten sind selbst Praktiker, die neben ihrem Profi-Fachwissen auch viele Tipps für den Berufsalltag haben und die wissen, was wirklich wichtig ist, um im Beruf voranzukommen. Hier die Vorschau auf unsere nächsten Seminare:

September 2020
05.09.2020 Lichtgestaltung für Film- und Videoprojekte

Oktober 2020
03.10.2020 Kurzfilm von A bis Z
10.10.2020 Color Grading
10.10.2020 Schauspielführung
17.10.2020 DSLR-Workshop

Eine vollständige, laufend aktualisierte Übersicht unseres Programms ist unter www.filmseminare.de zu finden.
Diese und alle anderen Seminare aus unserem Programm können auch zur Mitarbeitermotivation oder als Geschenk für Geschäftspartner, Kunden, Freunde oder Kinder gebucht werden!
Antworten auf häufige Fragen z.B. zu Ort, Uhrzeiten, Unterkunft, Anmeldung, öffentlicher Förderung beispielsweise mit den Prämiengutscheinen der Bildungsprämie (durch die bei Vorliegen der Voraussetzungen 50 Prozent des Teilnehmerbeitrags übernommen werden) u.v.a.m. finden sich unter www.filmseminare.de/muenchen/faq – die dort niedergelegten Regelungen sind gleichzeitig auch unsere Vertragsbedingungen.

DOK.lab 20/21: Interview mit Studienleiterin Nicole Leykauf

Gerade hat die Anmeldephase für unsere Autorenwerkstätten DOK.lab und STOFF.lab begonnen. Bis zum 07. Juli 2020, 12 Uhr, können sich Interessierte mit ihrem Projekt bei uns bewerben und bei Aufnahme an sechs gemeinsamen Wochenenden die Chance nutzen, gemeinsam mit den anderen Teilnehmern, Gästen und den Studienleitern ihr Projekt auf die nächste Stufe der Realisierung zu heben. Das letzte DOK.lab endete 2017 mit der Präsentation der Stoffe aller Teilnehmer im Rahmen des DOK.forum Marktplatz des Internationalen Münchner Dokumentarfilmfestivals DOK.fest. Die enge Verbundenheit mit dem DOK.fest wollen wir auch zukünftig wieder nutzen und wir freuen uns besonders, mit der Studienleiterin Nicole Leykauf nicht nur eine erfolgreiche Dokumentarfilmproduzentin, sondern auch eine weitere Frau in unserem Dozentenstamm begrüßen zu können. Im Interview spricht Nicole mit uns darüber, warum sie sich für die Leitung des DOK.labs entschlossen hat, über die Zukunft des Dokumentarfilms und was die Voraussetzungen für eine Teilnahme am DOK.lab sind.

Nicole, warum hast Du Dich dazu entschieden, die Studienleitung für das DOK.lab zu übernehmen?

Ich finde die Filmwerkstatt ist eine tolle Bildungseinrichtung.

Zum Dokumentarfilm: ich bin überzeugt davon, dass ein guter Film eine (sehr) intensive Entwicklung benötigt. Die Filmemacher*innen beschäftigen sich über Monate und Jahre sehr ausgiebig mit ihrem Thema, dabei ist es schwierig, wenn sie diesen Prozess alleine durchmachen. Um das zu vermeiden, orientieren wir uns seit ein paar Jahren an dem „Dänischen Modell“. Da sprechen von Anfang an Filmemacher, Produzent*innen, Editoren und Kameraleute gemeinsam über Thema, Herangehensweise und Protagonist*innen des jeweiligen Projektes. Im DOK.lab haben wir deshalb Filmemacher*innen und Produzentin versammelt– und ich freue mich sehr, dass die Editorin Ulrike Tortorra beratend mit dabei sein wird.

Studienleiterin und Produzentin Nicole Leykauf (Foto © Carolin Otterbach)

Für das DOK.lab sind Erfahrungen im Bereich der professionellen Filmproduktion natürlich wünschenswert, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme. Reichen Entschlossenheit und Leidenschaft für das eigene Filmprojekt wirklich aus?

Oft ist es ja der persönliche Zugang zu einem Thema oder einem Personenkreis, der die Initialzündung für einen Dokumentarfilm ist. Ich finde ein guter Dokumentarfilm positioniert sich immer zu einem relevanten Thema oder einer außergewöhnlichen Situation. Was aber die Teilnehmer des Kurses auf jedenfall erfahren sollen, ist eine Professionalisierung der Herangehensweise an das Thema. Wie stelle ich es gut dar? Wie strukturiere ich mein Thema? Welche professionelle Unterstützung suche ich mir? Wer ist das Publikum meines Films? Wie soll er verbreitet werden?

Warum ist das DOK.lab ein wichtiger Lehrgang?

In der Ruhe eines ganzen Jahres können die Teilnehmer die Herangehensweise an ihr Thema entwickeln, überdenken und verbessern.

Inwieweit gibst Du als Produzentin andere Impulse an die Teilnehmer, als Dokumentarfilmer*innen?

Filmemacher können sehr gut Filme machen. Sie haben ein Thema, für das sie brennen und das sie umsetzen wollen. Wir Produzenten sind einen Schritt weiter von den Protagonisten bzw. dem Thema entfernt. Wir sind ein guter Spiegel. Wie nehme ich das, war der Filmemacher sagt, wahr? Welche Bilder kann man dazu finden, welches Team passt zu dem Projekt? An wen richtet sich der Film? Ist er für’s Fernsehen, das Kino, eine Webseite oder für’s Smartphone? Wir Produzenten sind kreative Mitstreiter. Wir ebnen den Weg der Filmemacher*innen zu den Menschen mit Geld, die wir für den Stoff begeistern wollen. Deshalb ist es wichtig für uns, Stoffe gut zu präsentieren, bevor wir damit die Welt des Geldes betreten.

Was möchtest Du den Teilnehmern unbedingt vermitteln?

Dass es viele gute Themen gibt, es aber richtig viel Arbeit ist, bis sie gut durchdacht und am Ende optimal präsentiert werden können.

Wie sind die Chancen im Dokumentarfilmbereich erfolgreich zu arbeiten? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Ich glaube, ein gutes Gespür für Themen ist wichtig. Ebenso Fleiß, Mut und Kompromissbereitschaft. Entscheidend ist auch die Form, die gewählt wird. Und dann hängt es immer auch davon ab, wie künstlerisch und frei man arbeiten möchte. Essay- und Mosaikfilme sind immer schwerer finanzierbar. Gut gemachte investigative Filme mit wichtigen Protagonisten werden überall gesucht. Es hängt immer davon ab, welche Art von Dokumentarfilm man machen will.

Hat sich der Dokumentarfilm in den letzten 10 Jahren verändert?

Vielleicht ist er schneller geworden. Die Leidenschaft für Themen ist geblieben. Jetzt gerade steigt das Interesse an wissenschaftlichen Themen. Und wahrscheinlich sehen die Menschen heute mehr dokumentarische Filme auf ihren Endgeräten, als früher. 

Gerade in der aktuellen Weltsituation – wo siehst Du die Notwendigkeit und Wichtigkeit des Deutschen und Internationalen Dokumentarfilms?

Jede Krise ruft zum Nachdenken auf, zum Hinterfragen und zum Handeln.

Die Corona-Krise ist eine medizinische Katastrophe und eine Kapitalismuskritik. Sie spült die Ungerechtigkeit mit neuer Deutlichkeit ans Licht.
Die aktuelle Situation ruft nach dem Dokumentarfilm. Missstände müssen aufgezeigt, Veränderungen dokumentiert und Lösungsansätze beobachtet werden. In der Krise gibt es nicht nur Netflix. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten verzeichnen einen ungeheuren Zuschauerzuwachs. Die Menschen möchten wieder seriös informiert werden. Es ist die Stunde des Dokumentarfilms.

Die Coronakrise hat viele Filmschaffende in Existenzschwierigkeiten gebracht. Kann man als (unbekannter) Dokumentarfilmer noch an sich und sein Herzensprojekt glauben?

Für die Kunst- und Kulturwelt ist die aktuelle Krise eine finanzielle Katastrophe. Es ist Phantasie gefragt wie selten. Aber Themen, die einem am Herzen liegen, werden bleiben. Vielleicht sogar zunehmen.

Gerade läuft das DOK.fest in München als DOK.fest @home. Wie wichtig ist ein Netzwerk unter Dokumentarfilmern bzw. in der Branche der Filmschaffenden?

Das Netzwerk ist extrem wichtig. Oft arbeiten wir ja so einsam an unseren Projekten hin. Da ist es wichtig, dass man sich ab und an bei den Veranstaltungen austauscht, sich ermuntert und neue Ideen teilt. Das fehlt mir in der aktuellen Situation am meisten.

Auf was freust Du Dich am meisten beim bevorstehenden DOK.lab?

Ich freue mich sehr, all die Filmemacher*innen kennen zu lernen. Und ich bin richtig neugierig, in welcher Form das DOK.lab stattfinden wird. Vielleicht sind einige Teilnehmer präsent in München – und andere zugeschaltet aus diversen digitalen Räumen?

Vielen Dank, Nicole, für das Interview. Wir freuen uns schon sehr auf das diesjährige DOK.lab mit Dir!

Alle Infos zu unseren Lehrgängen sind unter www.muenchner-filmwerkstatt.de/lehrgaenge nachzulesen. Eine aktuelle Übersicht unserer Wochenendseminare sind auf unserem Buchungsportal unter www.filmseminare.de/muenchen/termine zu finden.

Filmwerkstatt privat: Unsere Europäische Freiwillige Kawther im Interview

Im letzten Monat haben wir in unserem Newsletter unsere Europäische Freiwillige Emma und das Europäische Solidaritätskorps (früher Europäischer Freiwilligendienst) vorgestellt. In diesem Newsletter möchten wir wieder einen Einblick in unser Team geben und unsere „Freiwillige“ Kawther vorstellen. Im Interview erzählt Kawther woher sie kommt, über ihre Arbeit bei uns und was sie nach der Filmwerkstatt vor hat.

Kawther, auch Du bist im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps zu uns nach Deutschland gekommen. Woher kommst Du?

Ich komme aus Kairouan, eine sehr alte, super schöne Stadt südwestlich von Tunis. Ich bin in der Altstadt aufgewachsen in ihren, gemäß orientalischer Tradition, nach Zünften geordneten Märkten. Mit ihren Moscheen und anderen Sakralbauten steht meine Stadt seit 1988 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Kawther Bahrouni, Europäische Freiwillige 2019/2020

Wie bist Du zur Filmwerkstatt gekommen?

Vorher habe ich politikwissenschaftliches Theorie-, Praxis- und Methodenwissen in la Faculté de Droit et des Sciences Politiques de Tunis studiert und gleichzeitig gearbeitet in der AHK Tunesien / Deutsch-Tunesische Industrie- und Handelskammer, wo ich ein sehr gutes Feedback über die Filmwerkstatt bekommen habe.

Und warum wolltest Du zur Münchner Filmwerkstatt?

Die Filmwerkstatt bietet eine positionelle Umgebung, mehr Verantwortung als die anderen freiwillige Projekte und abwechslungsreiche Themen (wir dürfen die Seminare nicht nur betreuen sondern auch IM Seminar zu sein – WIE COOL IST DAS DENN?!)

Was interessiert Dich an Film bzw. am Kino?

Ich interessiere mich für Film (Kino, nicht unbedingt nur das Medium „Film“), und zwar aus denselben Gründen, die mich an jeglicher Kommunikation interessieren. Film ist eine Sprache wie Musik oder Prosa oder Poesie oder Malerei oder Skulptur oder Tanz oder… nun, das gesprochene oder unausgesprochene Wort in welcher Sprache auch immer.

Kawther vor Franz Kafka, ihrem Lieblingsschriftsteller

Wie wurdest Du auf das Europäische Solidaritätskorps aufmerksam? Warum hast Du mitgemacht?

Ich bin eine Youth Reporterin im Rahmen der europäischen Programms YOUTH IN ACTION und dadurch habe ich das Privileg, immer auf dem Laufenden zu sein.
Freiwilligendienste bieten nicht nur die Möglichkeit, anderen zu helfen. Sie erweitern gleichzeitig die eigenen Kompetenzen und bieten einzigartige Erfahrungen. Ich habe zweimal freiwilligen Dienst in Ghana und in Benin gemacht und wusste, dass Europa nicht weniger faszinierend ist. Hier zeigt sich exemplarisch der Wert eines lebendigen und sozialen Europas und deswegen wollte ich mitmachen.

Was hast Du nach Deiner Zeit bei der Filmwerkstatt vor?

Ich werde meinen Master in Globale Political Economy and Development mit Schwerpunkt Friedens-und Konfliktforschung an der Universität Sheffield absolvieren. Die Universität hat bisher 5 Nobelpreisträger hervorgebracht, wer weiß, vielleicht werde ich die 6te sein.

Kawther bei ihrer ersten Begegnung mit Schnee

Was macht Dir bei Deiner Arbeit als Europäische Freiwillige bei der Münchner Filmwerkstatt besonders Spaß?

Neue, sehr begabte und talentierte Menschen jedes Wochenende kennenzulernen und von ihren Geschichten inspiriert zu sein.

Würdest Du gerne im Film- oder Kinobereich weiter arbeiten?

Man weiß nie…

Was würdest Du im Film und Kinobereich ändern, wenn Du könntest?

Geld würde kein Hindernis mehr für Kreativität sein.

Was sind die Herausforderungen bei der Arbeit in der Filmwerkstatt?

Leistungen zu erbringen, die der hohen Professionalität der Münchner Filmwerkstatt entsprechen.

Worauf freust Du Dich besonders in den nächsten Monaten bei der Filmwerkstatt? 

Ich freue mich immer sehr, der Boss von jedem Seminar zu sein.

Vielen Dank, Kawther, für das Interview und den Einblick in Dein Leben!

Wer Kawther persönlich kennen lernen möchte, hat in den nächsten Wochen bei diesen Seminaren die Möglichkeit dazu:

März 2020
21.03.2020 Adobe Premiere Pro
28.03.2020 Schauspielführung

April 2020
18.04.2020 Rechercheseminar „Spannende Figuren“
30.04.2020 Script Supervisor

Eine laufend aktualisierte Übersicht all unserer Seminare – mit Kawther und Emma – ist unter filmseminare.de zu finden.
Mehr Infos über das Europäische Solidaritätskorps und wie man darüber zur Filmwerkstatt kommt, sind hier zuammengefasst: www.muenchner-filmwerkstatt.de/europaeisches-solidaritaetskorps

Antworten auf häufige Fragen unsere Seminare betreffend, z.B. zu Ort, Uhrzeiten, Unterkunft, Anmeldung, öffentlicher Förderung wie beispielsweise mit den Prämiengutscheinen der Bildungsprämie (durch die bei Vorliegen der Voraussetzungen 50 Prozent des Teilnehmerbeitrags übernommen werden) u.v.a.m., finden sich unter www.filmseminare.de/muenchen/faq – die dort niedergelegten Regelungen sind gleichzeitig auch unsere Vertragsbedingungen.

Filmfestspiele in der Hauptstadt – die BERLINALE hat begonnen

Vom 20. Februar bis 01. März finden die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit viel Promis, Blitzlichtgewitter und ja, auch wirklich guten Filmen, statt. Es ist sicher streitbar, ob so ein großes Filmfest die ganze Aufmerksamkeit auch in diesem Maß verdient, wo doch viele andere kleinere Festivals national und international mehr Beachtung bekommen sollten. Es ist aber auch eine Chance, durch den ganzen Glamour rund um die Berlinale, Film und die Branche einer größeren und breiteren Masse nahe zu bringen und somit Interesse für junge oder weniger bekannte Filmemacher oder Festivals zu wecken. Wer nicht nur Interesse am Filme schauen hat, sondern selbst auch aktiv Filme produzieren oder mehr über das Filmemachen erfahren möchte, der kann sich in unseren Seminaren informieren und weiterbilden. Hier einige ausgewählte Termine aus unserem Programm:

DOKUMENTARFILMPRODUKTION am 07. und 08. März 2020

Ingo Fliess produziert seit über 10 Jahren mit seiner eigenen Produktionsfirma preisgekrönte Dokumentarfilme. An diesem Wochenende erläutert er Themenwahl, Konzeptentwicklung und -präsentation, Umgang mit öffentlich-rechtlichen Fernsehredaktionen, mit Filmförderanstalten und Verleihern, die verschiedenen Finanzierungsmodelle für Dokumentarfilme – und vieles andere mehr! www.filmseminare.de/dokumentarfilmproduktion

RECHERCHESEMINAR ‚SPANNENDE FIGUREN‘ am 18. und 19. April 2020

Dr. med. Pablo Hagemeyer führt an diesem Wochenende in die Welt der Persönlichkeitsstörungen ein und zeigt, wie sie sich für die Entwicklung fiktionaler Stoffe nutzen lässt. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie baut Brücken zwischen Medizin und Filmbranche – für Autoren, Produzenten, Redakteure und alle, die auf der Suche nach spannenden und glaubwürdigen Filmstoffen sind.
www.filmseminare.de/persoenlichkeitsstoerungen

DREHBUCHHANDWERK am 09. und 10. Mai 2020

Frank Raki und Christoph von Zastrow sind erfahrene Drehbuchautoren und Lektoren, die sich im Seminar „Drehbuchhandwerk“ im November in die Karten schauen lassen. Ihr Ansatz der Gegenüberstellung klassischer Modelle eignet sich nicht nur für Einsteiger, die professionelle Anleitung suchen, sondern auch für bereits Fortgeschrittene, die die Systematik hinter dem Theorienwirrwarr begreifen wollen.
www.filmseminare.de/drehbuchhandwerk

DRAMATURGIE DER SYSTEME MIT ‚THE HUMAN FACTOR‘ am 16. und 17. Mai 2020

In seinem Blog prognostiziert Roland Zag seit Jahren mit beängstigender Genauigkeit Tops und Flops des deutschen und internationalen Kinomarktes. An diesem Wochenende erläutert der studierte Philosoph und Musikwissenschaftler seinen Ansatz – und wie ihn sich Autoren schon frühzeitig zu Nutze machen können. Das Seminar richtet sich natürlich gleichermaßen auch an Produzenten, Verleiher und Redakteure – sie könnten mit dem hier vermittelten Wissen viel Geld sparen…
www.filmseminare.de/the-human-factor

Eine vollständige, laufend aktualisierte Übersicht unseres Programms unter www.filmseminare.de zu finden.
Diese und alle anderen Seminare aus unserem Programm können auch zur Mitarbeitermotivation oder als Geschenk für Geschäftspartner, Mitarbeiter, Kunden, Freunde oder Kinder gebucht werden!
Antworten auf häufige Fragen z.B. zu Ort, Uhrzeiten, Unterkunft, Anmeldung, öffentlicher Förderung z.B. mit den Prämiengutscheinen der Bildungsprämie (durch die bei Vorliegen der Voraussetzungen 50 Prozent des Teilnehmerbeitrags übernommen werden) u.v.a.m. finden sich unter www.filmseminare.de/muenchen/faq – die dort niedergelegten Regelungen sind gleichzeitig auch unsere Vertragsbedingungen.

Filmwerkstatt privat: Unsere Europäische Freiwillige Emma im Interview

Die Münchner Filmwerkstatt nimmt schon seit geraumer Zeit an der Initiative Europäische Solidaritätskorps, früher Europäischer Freiwilligendienst, der Europäischen Union teil. Seit Herbst 2019 haben wir wieder zwei „Freiwillige“ in unserem Team, Emma Gensane und Kawther Bahrouni, die uns bei der Münchner Filmwerkstatt in allen Bereichen unterstützen. In diesem Newsletter erzählt Emma im Interview über sich, ihre Arbeit und ihre Pläne für die Zukunft.

Hallo Emma, Du bist im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps zu uns nach Deutschland gekommen. Woher kommst Du?

Ich komme aus Dünkirchen, einer kleinen Stadt in Nordfrankreich. Ich bin am Meer gross geworden, mit drei Brüdern, das vermisse ich sehr! Alle Arten von Kunst waren in meiner Familie wichtig: wir haben alle Musik gespielt, wir hatten eine grosse Bibliothek und gute DVDs. Ich wurde mit den Miyazaki Filme gefüttert!

Unsere Europäische Freiwillige 2019/2020 Emma Gensane

Was hast Du gemacht, bevor Du zu uns nach München gekommen bist?

Ich habe Jura studiert in Lille, Vilnius und Toulouse – ich habe einen M1 in International and European Law. Mir war schon vorher klar, dass ich nicht in diese Richtung gehen werde, aber das Studium war sehr interessant und es mir viel beigebracht, insbesondere kritisches Denken und sehr genaues Arbeiten.

Wie bist Du zur Filmwerkstatt gekommen?

Ganz einfach, wie viele andere Europäische Freiwillige: über die European Solidarity Corps website.

Und warum wolltest Du zur Münchner Filmwerkstatt?

Das Angebot hat mich sofort angesprochen. Nach meinem Studium wollte ich im kulturellen Bereich Erfahrung sammeln, und das war die perfekte Möglichkeit: Eine Mischung aus kreativer Umgebung und der Erfahrung, wie ein Verein funktioniert. Ausserdem denke ich seit langem, dass Kultur und Weiterbildung eine von den wichtigsten Säulen sind, und das ermöglicht die Münchner Filmwerkstatt. Ich habe erst seit ich hier arbeite erfahren, dass unsere gemeinnützige Vereinsstruktur in der Weiterbildung etwas außergewöhnlich ist – was unsere Mission noch wichtiger macht! Teilnehmer kommen aus Berlin, Hamburg, Köln…

Was interessiert Dich an Film bzw. am Kino?

Film und Kino sind eine sehr einzigartige Art von Kunst. Einen Film kann man sich mehrmals und überall angucken. Klar kann man Musik streamen und sich Malerei im Internet angucken, aber die Energie eines Konzertes ist einmalig und immer anders! Genauso wie ein Photo eines Gemäldes nicht dieselben Emotionen erzeugt, als wenn man es IRL sieht. Mit Filmen ist es anders! Filme sind auch aktuell die verbreiteste Kunst in den Industrieländern und deshalb ist es bestimmt die beste Möglichkeit, um eine Botschaft mitzuteilen.

Wie wurdest Du auf das Europäische Solidaritätskorps aufmerksam? Warum hast Du mitgemacht?

Ich wollte im kulturellen Bereich ein bisschen Erfahrung sammeln und das war die perfekte Möglichkeit. Und ich hatte schon am EU-Programm Erasmus+ teilgenommen, in Vilnius, und das war einfach toll. Ich hatte wieder Lust in einem anderen Land zu wohnen und neues zu entdecken. Die EU ermöglicht so viel für junge Leute und das wir einfach so in einem anderen Land Freiwillige sein können, ist sehr schön.

Was hast Du nach Deiner Zeit bei der Filmwerkstatt vor?

Ich würde gerne noch ein Jahr in Deutschland part-time arbeiten und mich parallel in einer feministischen Organisation engagieren. Danach möchte ich ein Sender Studies Master machen, gerne in Holland oder UK! Mein Traum ist es, für die EU im Gender Equality Bereich zu arbeiten, vielleicht im European Institute for Gender Equality in Vilnius!

Emma als Statistin beim Seminar „Kurzfilm von A bis Z“

Was macht Dir bei Deiner Arbeit als Europäische Freiwillige bei der Münchner Filmwerkstatt besonders Spaß?

Es ist sehr cool zu sehen, dass die Leute sich über unsere Arbeit freuen. Ein Teilnehmer hat am letzten Wochenende gesagt: «Vielen Dank, ich habe mich sehr wohl gefühlt.» Ich weiss, dass es ein bisschen einfach klingt, aber Leute sind happy wenn sie am Samstag morgens ankommen und alles ist schön für sie vorbereitet und sie können entspannt Kaffee trinken und ihr Seminar erleben. Und es ist auch spannend, jedes Wochenende neue Leute kennenzulernen und zu sehen, was sie alles machen und wie viel es zu machen gibt.

Würdest Du gerne im Film- oder Kinobereich weiter arbeiten?

Ehrlich gesagt, nein, ich finde es für ein Jahr toll, aber es ist nicht meine Leidenschaft.

Was würdest Du im Film und Kinobereich ändern, wenn Du könntest?

Mehr Frauen, people of colors, und Leute aus der LGTQ+ Community! 

Was sind die Herausforderungen als Europ. Freiwillige bei der Arbeit in der Filmwerkstatt?

Ich glaube, wir haben mehr Verantwortung als andere Freiwillige. Es ist toll, dass man uns so vertraut, wir lernen sehr viel. Wir hatten vorher keine Ahnung, wie man ein Seminar organisiert, das hat etwas Angst gemacht, aber Martin Blankemeyer war immer da, um uns zu stärken und uns Selbstbewusstsein zu geben.

Worauf freust Du Dich besonders in den nächsten Monaten bei der Filmwerkstatt? 

Ich freue mich total auf dem Seminar « Bayrisch für Schauspieler », bald kann ich bayrisch mit einem französischen Akzent sprechen!

Emma bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: Eis essen!

Vielen Dank, Emma, für das Interview und den Einblick in Dein Leben! Mehr Infos über das Europäische Solidaritätskorps und wie man darüber zur Filmwerkstatt kommt, sind hier zuammengefasst: www.muenchner-filmwerkstatt.de/europaeisches-solidaritaetskorps

Wer Emma oder Kawther persönlich kennen lernen möchte, hat bei unseren Seminaren die Möglichkeit dazu. Eine laufend aktualisierte Übersicht unserer Seminare ist unter filmseminare.de zu finden. Antworten auf häufige Fragen z.B. zu Ort, Uhrzeiten, Unterkunft, Anmeldung, öffentlicher Förderung wie beispielsweise mit den Prämiengutscheinen der Bildungsprämie (durch die bei Vorliegen der Voraussetzungen 50 Prozent des Teilnehmerbeitrags übernommen werden) u.v.a.m. finden sich unter www.filmseminare.de/muenchen/faq – die dort niedergelegten Regelungen sind gleichzeitig auch unsere Vertragsbedingungen.

Unabhängig produzieren, technisch vorankommen und vieles mehr – unsere nächsten Seminare

Film- und Fernsehschaffende aus allen Bereichen in ihrer Arbeit und Kreativität unterstützen – das ist das Ziel unserer Seminare und Workshops, unserer Kooperationen und unserer eigenen Produktionen. Mit Filmverleih selber machen und Filme machen ohne Geld bieten wir im Februar zwei Seminare an, die Filmemacher dabei unterstützen, unabhängig zu produzieren, sich durch Eigeninitiative erfolgreich zu positionieren und mit ihren Filmen den wichtigen Schritt in die Kinos und zu einem breiten Publikum zu schaffen. Im März gehen wir unter anderem die technischen Herausforderungen an und bieten mit Visual Effects (VFX) und Adobe Premiere Pro Seminare in diesem Bereich zur Weiterbildung an. Der April zeigt mit dem Rechercheseminar „Spannende Figuren“ die Konstruktion antagonistischer Figuren im Kontext einer Filmdramaturgie und ermöglicht mit dem Seminar Bairisch für Schauspieler sich im Dialekt auszuprobieren.

Seminarübersicht bis April

Februar 2020
08.02.2020 Filmverleih selber machen
08.02.2020 Werbefilmproduktion
15.02.2020 Filme machen ohne Geld

März 2020
07.03.2020 Dokumentarfilmproduktion
07.03.2020 Storyboard zeichnen
14.03.2020 Visual Effects (VFX)
21.03.2020 Adobe Premiere Pro
21.03.2020 Filme drehen mit Kindern und Jugendlichen
21.03.2020 Urheber- und Persönlichkeitsrecht
28.03.2020 Arbeits- und Vertragsrecht für Filmschaffende
28.03.2020 Schauspielführung

April 2020
04.04.2020 Adobe Premiere Pro – erweiterte Funktionen
04.04.2020 Grundlagen der Bildgestaltung
18.04.2020 Rechercheseminar „Spannende Figuren“
25.04.2020 Bairisch für Schauspieler
30.04.2020 Script Supervisor

Weitere Infos zu unseren Seminaren und eine ständig aktualisierte Terminliste sind unter www.filmseminare.de zu finden. Alles rund um unsere IHK-Lehrgänge Produktionsleitung, Fiction Producing und Regie-Assistenz sowie unserem Vollzeit-Lehrgang zum Filmediting ist auf unserer Internetseite unter www.muenchner-filmwerkstatt.de zu finden. Ebenso alle Informationen zu unseren anderen Lehrgängen sowie zum STOFF.lab und DOK.lab.

Filme machen ohne Geld? Ja, das geht!

Wer als Filmemacher gerade noch am Anfang steht oder ein Projekt jenseits des kommerziellen Mainstreams umsetzen möchte, kommt schnell an den Punkt, wo klassische Finanzierungsmöglichkeiten nicht greifen. Für Viele bedeutet dies das Aus für ihr Filmprojekt. Nach dem demotivierenden Motto: No Budget – No Film! Die Münchner Filmwerkstatt begründet sich quasi auf dem Credo, genau diese Situation für Filmemacher nicht eintreffen zu lassen und bietet daher seit Anbeginn das Seminar „Filme machen ohne Geld“ an.

Entstehung des Seminars

Dozent und Filmwerkstatt-Vorstand Martin Blankemeyer stand bei seinem Abschluss an der Filmhochschule selbst vor der Herausforderung, weder bei einer Produktionsfirma noch bei der Filmförderung Unterstützung zu finden und produzierte daher seinen Film kurzerhand selbst. Inzwischen kann er auf mehr als ein Dutzend eigene No-Budget-Produktionen zurückblicken und gibt seine Erfahrungen und Tipps seit über zehn Jahren an Seminarteilnehmer weiter. Im Kurz-Interview erklärt Martin Blankemeyer, wer die Zielgruppe ist und warum es für die Branche wichtig ist, dass es No-Budget-Produktionen gibt.

Dozent und Filmwerkstatt-Vorstand Martin Blankemeyer (Photo: Peter Boettcher)

Martin, Wer ist die konkrete Zielgruppe des Workshops?

Die Zielgruppe sind Leute, die Filme machen wollen und sich bei den klassischen Finanzierungsquellen kaum Hoffnungen machen können. Entweder, weil sie zu unbekannt sind, oder weil sie Projekte haben, die dort kaum Aussicht auf Erfolg haben. Ich versuche den Leuten von meinen Erfahrungen, die ich teilweise für teures Geld machen musste, etwas weiterzugeben. Der Regelbetrieb sitzt natürlich da und sagt „Geht nicht.“ Stimmt aber nicht. „Geht schon. Man muss einfach machen.“

Worin besteht für dich die Notwendigkeit von No-Budget-Produktionen?

Es gibt zwei große Anwendungsfälle. Das eine ist, den Teufelskreis des Unbekanntseins zu durchbrechen. Da ist der Wille, Filmemacher zu sein, aber keiner kennt dich. Du musst anfangen zu machen, und am Anfang ist es nicht unwahrscheinlich, dass die regulären Strukturen dir nicht helfen. Das andere sind die inhaltlichen Überzeugungstäter. Es gibt Filme, die würden in unserer Förderlandschaft, von unseren Sendern nicht gemacht werden. Das können z.B. Genrefilme sein oder auch politisch unkorrekteres, mutiges Kino.

Das komplette Interview mit Martin ist hier zu finden.

Das Seminar aus Sicht eines Teilnehmers

Tobias Stille ist Produzent, Regisseur und Drehbuchautor – ein erfolgreicher und erfahrener Fernseh- und Filmemacher also. Dennoch hat er sich dazu entschieden, am Seminar teilzunehmen. Warum, erklärt er im Interview:

Tobias, wie bist Du auf das Seminar „Filme machen ohne Geld“ aufmerksam geworden?

Im Frühjahr 2017 wollte ich „Alle in einem Boot“ als Kinofilm nach eigenem Buch produzieren und inszenieren. Martin kannte ich schon lange, und er hatte mir in der Produktion bei meinem Debütfilm „Ohnmacht“ geholfen. Danach waren wir zusammen im EAVE Producers Workshop mit „Die 36 Tage der St. Louis“. Ich hatte das Drehbuch geschrieben – und wir wollten einen Film mit Geld machen – was bei diesem historischen Stoff auch anders gar nicht gegangen wäre. Leider ist uns das nicht gelungen. Als 2015 die starke Migration aus Nordafrika nach Europa einsetzte, fand ich erstaunliche Parallelen in den Fluchtbiographien und wollte mein überarbeitetes und aktualisiertes Drehbuch vor allem schnell machen – da schied Filmförderung aus.
Ich hatte zwar Erfahrung als creative producer einer konzerneigenen TV-Produktionsfirma, doch da war die Trennung zwischen Development und Akquise auf der einen Seite und Produktionsdurchführung auf der anderen Seite sehr ausgeprägt. Also brauchte ich mehr Ausbildung in diesem Bereich, trotz meiner Kurzfilme. Martin war mit seinen Erfahrungen, nicht zuletzt als Produzent vom „Roten Punkt“, einfach sehr wertvoll, weil es ihm gelungen ist – ganz in der Tradition amerikanischer Independent-Handbücher – das Thema systematisch aufzubereiten und mit mutmachenden Anekdoten zu garnieren.

Produzent von „Alle in einem Boot“ Tobias Stille

Inwieweit hat Dir das Seminar geholfen, Dein damaliges Projekt umzusetzen?

Vielleicht war es nicht das Wissen, sondern eher: Meine Energie mit anderen ein Wochenende lang auf das Thema zu richten. Es waren ja sehr unterschiedliche Ansätze da – aber der Widerstand ist für alle gleich: Film ist ein absurd teures Unterfangen, eigentlich nicht zu machen ohne Geld.

Wie waren die anderen Teilnehmer des Seminars? Habt Ihr heute noch Kontakt? 

Tatsächlich bin ich mit Sascha El Waraki noch in Kontakt. Er hatte „Singles‘ Diaries“ als Filmvorhaben im Seminar dabei und wollte einen Film daraus machen. Er hat es dann tatsächlich geschafft, daraus eine erfolgreiche Serie für joyn zu machen, die jetzt in Fortsetzung geht. Im Moment versuche ich seinen Kinofilm „Brautschau“, eine deutsch-arabische Culture-Clash-Komödie, zu finanzieren.

Was rätst Du Filmemachern, die möglichst unabhängig produzieren wollen und wenig Kapital haben?

Machen! Aber dabei strategisch vorgehen. Und: Ein Netzwerk von motivierten Filmemacher-Kollegen, mit denen man sich ehrlich und auf Augenhöhe austauscht. Ich hatte das Vergnügen, nach „Alle in einem Boot“ von dem Regie-Kollegen Marco Gadge gelöchert zu werden und vielleicht den ein oder anderen Tipp zu geben. Sein No-Budget-Film „Julia muss sterben“ läuft gerade auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis.

Vielen Dank an Tobias Stille für das Interview! Der Kinofilm „Alle in einem Boot“ läuft ab 12. März 2020 im Kino.

Wer das „Seminar Filme machen ohne Geld“ mit Martin Blankemeyer besuchen will, findet hier Gelegenheit:

Weitere Seminare zu diesem Themenbereich sind unter www.filmseminare.de zu finden.

Oh Du Fröhliche: Unsere Weihnachtsaktion!

Weihnachten – die Zeit der Besinnlichkeit, der Familie, der Liebe… oder eben auch nicht. Wie man die Weihnachtszeit feiert, bleibt Jedem ganz selbst überlassen. Den weihnachtlichen Gedanken, Jemandem eine Freude mit einem Geschenk zu machen, möchten wir dennoch aufgreifen und mit unserer Weihnachtsaktion geht das Schenken ganz leicht! Ab sofort sind alle Angebote in 2020 Teil unserer Weihnachtsaktion. D.h. jede Seminarbuchung, die bis zum 25. Dezember 2019 für jemand anderen getätigt wird, kann in der Zeit bis zum 10. Januar 2020 kostenlos auf ein anderes Seminar aus unserem Programm umgebucht werden. Wenn der Beschenkte sich also mehr für ein anderes Seminar interessiert oder zu dem gebuchten Zeitpunkt nicht kann, ist das kein Problem und kann einfach geändert werden (im Falle eines Preisunterschiedes muss dieser natürlich ausgeglichen werden). Und warum sich auch nicht selbst mal etwas Gutes tun? Natürlich könnt Ihr die Seminare nicht nur als Geschenk einsetzen, sondern auch selbst besuchen! Einen Ausblick auf unsere Seminare im neuen Jahr gibt es hier im Newsletter und ständig aktualisiert unter www.filmseminare.de. Viel Freude beim Schenken!

Januar 2020

11. und 12. Januar 2020 Tonseminar Der Gute Ton
25. und 26. Januar 2020 Comedy
25. und 26. Januar 2020 Das Geheimnis mitreißender Drehbücher

Februar 2020

01. und 02. Februar 2020 Filmgeschäftsführung
01. und 02. Februar 2020 Hands on DCP
08. und 09. Februar 2020 Filmverleih selber machen
08. und 09. Februar 2020 Werbefilmproduktion
15. und 16. Februar 2020 Filme machen ohne Geld

März 2020

07. und 08. März 2020 Dokumentarfilmproduktion
07. und 08. März 2020 Storyboard zeichnen
14. und 15. März 2020 Visual Effects (VFX)
21. und 22. März 2020 Adobe Premiere Pro
21. und 22. März 2020 Filme drehen mit Kindern und Jugendlichen
28. und 29. März 2020 Arbeits- und Vertragsrecht für Filmschaffende
28. und 29. März 2020 Schauspielführung

April 2020

04. und 05. April 2020 Adobe Premiere Pro – erweiterte Funktionen
04. und 05. April 2020 Grundlagen der Bildgestaltung
18. und 19. April 2020 Rechercheseminar „Spannende Figuren“
25. und 26. April 2020 Bairisch für Schauspieler
30. April bis 03. Mai 2020 Script Supervisor

Mai 2020

09. und 10. Mai 2020 Kreatives Produzieren
16. und 17. Mai 2020 Dramaturgie der Systeme mit ‚the human factor‘
16. und 17. Mai 2020 Lichtgestaltung für Film- und Videoprojekte
23. und 24. Mai 2020 DaVinci Resolve als Schnittprogramm

Juni 2020

11. bis 14. Juni 2020 Camera Acting
20. und 21. Juni 2020 Lektorieren von Drehbüchern

Juli 2020

04. und 05. Juli 2020 Filmworkshop Kurzfilm von A bis Z
04. und 05. Juli 2020 Nonfiktionales Storytelling
11. und 12. Juli 2020 Filmfinanzierung in Deutschland
18. und 19. Juli 2020 Drehbuchhandwerk

Oktober 2020

10. und 11. Oktober 2020 Color Grading
17. und 18. Oktober 2020 DSLR-Workshop
24. und 25. Oktober 2020 Erfolgreich Fernsehkrimis schreiben

November 2020

21. und 22. November 2020 Film verstehen
21. und 22. November 2020 Filmschnitt und Montage
28. und 29. November 2020 Filmhochschul-Bewerbungstraining

Antworten auf häufige Fragen z.B. zu Ort, Uhrzeiten, Unterkunft, Anmeldung, öffentlicher Förderung z.B. mit den Prämiengutscheinen der Bildungsprämie (durch die bei Vorliegen der Voraussetzungen 50 Prozent des Teilnehmerbeitrags übernommen werden) u.v.a.m. finden sich unter www.filmseminare.de/muenchen/faq – die dort niedergelegten Regelungen sind gleichzeitig auch unsere Vertragsbedingungen.



Alles neu macht der… Oktober!

Aufmerksame Leser unserer Newsletter haben es sicher schon bemerkt: unter den vergangenen Ausgaben sind neue Namen zu finden. Während uns Velina Chekelova, Alex Melazzini und Sascha Komisarova in diesen Tage verlassen (haben), begrüßen wir Emma Gensane, Kawther Bahrouni und Sonja Rank neu im Team.

Velina Chekelova kam vor zwei Jahren nach Abschluß ihres Bachelor-Studiums als Trainee zu uns und hat damals bereits nach kurzer Zeit die Geschäftsführung übernommen. Inzwischen ist sie Präsidentin des europäischen Netzwerks zur Förderung des jungen Films NISI MASA und hat hier, wie im letzten Newsletter bereits berichtet, viel vor. Sie verabschiedet sich aus dem aktiven Team der Filmwerkstatt, um ihr Studium in Richtung Master fortzusetzen und mehr Zeit für NISI MASA und andere Projekte zu haben. Wir danken Velina für zwei Jahre großartiges Engagement, eine durch und durch gut aufgestellte Filmwerkstatt, die sie uns hinterläßt – und freuen uns auf weiterhin gute Zusammenarbeit im Rahmen von NISI MASA.

Das Filmwerkstatt-Team 2018/19: Alex Melazzini und Sascha Komisarova (Europ. Freiwillige), Velina Chekelova (Geschäftsführung), Martin Blankemeyer (Vorstand)

Im Bereich Medien, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt uns seit kurzem Sonja Rank. Sie kennt Aus- und Weiterbildung von Filmschaffenden bereits aus ihrer Zeit an der Bayerischen Akademie für Fernsehen und Digitale Medien (BAF), wo sie als Studienreferentin tätig war und ebenfalls die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortete. Sonja ist gebürtige Münchnerin und hat bereits bei vielen Produktionsfirmen, PR-Agenturen und gemeinnützigen Organisationen gearbeitet.

Eine weitere große Veränderung betrifft die Reihen unserer Freiwilligen: Alex Melazzini und Sascha Komisarova haben ihren Europäischen Freiwilligendienst im Rahmen des ERASMUS+ Programms zum 30. September beendet. Auch Ihnen gilt unser Dank für die Organisation und Durchführung unserer Wochenendseminare im vergangenen Jahr. An ihre Stelle treten nun Emma Gensane und Kawther Bahrouni. Emma kommt aus Frankreich, studierte bisher Europäisches und Internationales Recht an der Universität Toulouse und ist besonders an Filmen über Menschen- und Frauenrechte interessiert. Kawthers Heimat ist Tunesien und neben ihrer wirklich sehr ausgeprägten Leidenschaft für Film war sie Studentin an der Fakultät für Literatur, Kunst und Geisteswissenschaften (FLAH) in Tunis.

Das Filmwerkstatt-Team 2019/20: Martin Blankemeyer (Vorstand), Emma Gensane (Europ. Freiwillige), Sonja Rank (Presse und PR), Velina Chekelova (ehem. Geschäftsführerin), Kawther Bahrouni (Europ. Freiwillige)

Emma und Kawther werden wir in unseren nächsten Newslettern ausführlicher vorstellen – wer die Beiden schon vorher persönlich kennenlernen möchte, hat dazu z.B. an den kommenden Wochenenden Gelegenheit, wo sie bereits die Seminarbetreuung übernehmen:

DSLR-WORKSHOP am 19. und 20. Oktober 2019

Die Produktion von HD-Videos mit Hilfe digitaler Spiegelreflexkameras wird immer populärer. Mit dieser Technologie kann Filmqualität erreicht werden, die von einer professionellen Kinoproduktion fast nicht mehr zu unterscheiden ist. Christoph Harrer erläutert in diesem zweitägigen Workshop allen Interessierten anhand ihrer eigenen DSLR/DSLM-Kamera alles Wissenswerte von der richtigen Konfiguration über die sinnvolle Zusammenstellung der Ausrüstung bis zum Postproduktions-Workflow.
www.filmseminare.de/dslr-workshop

FILM VERSTEHEN am 19. und 20. Oktober 2019

Filme faszinieren und ziehen uns in ihren Bann wie kaum einanderes Medium. Doch wie funktioniert das? Das Seminar von HFF-Absolvent Michael Wolf geht dieser Frage auf den Grund und befasst sich mit den Darstellungsmethoden des Mediums Film und dem Zusammenspiel seiner Gestaltungsmittel.
www.filmseminare.de/filmanalyse