Produktionsleitung, Kurzfilm A-Z, Ton-Seminar, Comedy und Das Geheimnis mitreißender Drehbücher- unsere Seminare bis Februar

Digitale Medien und Filmemachen gehören nicht nur in die Film- und Fernsehbranche, sondern sind in der Gesellschaft in nahezu allen Lebensbereichen vertreten. Im Freizeitbereich genauso wie im Familien- und Schulalltag, beispielsweise wenn Kinder und Jugendliche mit Smartphones Filme drehen. Fortbildungen in diesem Bereich sind daher für Medienpädagogen, Lehrer und Jugendbetreuer enorm wichtig und teilweise auch verpflichtend.
Am 4. Dezember 2019 veranstaltet die Regierung Oberbayern für Lehrer das Wahlpflichtmodul Filmbildung mit Einblicken in Filmanalyse, Grundlagen der Bildgestaltung, Ablauf und Voraussetzungen für ein Filmprojekt und Planen und umsetzen einer Filmproduktion im Unterricht, um den Teilnehmern einen Überblick für die verschiedenen Bereiche sowie Anregungen für den Unterricht zu vermitteln. Die Referenten der Module stellt die Münchner Filmwerkstatt; zudem bieten wir in Zusammenarbeit mit der LAG Jugend & Film Bayern, dem bayerischen Landesverband des Bundesverband Jugend & Film, regelmäßig Workshops und Seminare für Medienpädagogen, Lehrer und Jugendbetreuer zu diesen Themen an. Weitere Informationen sind in unserem Buchungsportal unter www.filmseminare.de/lehrerseminar zu finden. Unsere nächsten Seminare bis Februar 2020 stellen wir nachfolgend kurz vor:

PRODUKTIONSLEITUNG am 30. November und 1. Dezember 2019

Das Aufgabengebiet des Produktionsleiters hat sich in den vergangenen Jahren enorm ausgeweitet. Welche Fäden wo zu ziehen und wie Wirtschaftlichkeit und Kreativität unter einen Hut zu bringen sind, vermittelt an diesem Wochenende ZieglerFilm-Herstellungsleiter Marc Oliver Dreher. Der Einblick in die Materie ist spannend für Aufnahmeleiter, Produktionsassistenten, angehende Produzenten und alle, die sich für den Beruf des Produktionsleiters interessieren.
www.filmseminare.de/produktionsleitung

KURZFILM VON A BIS Z am 14. und 15. Dezember 2019

Filmemachen ist ein komplexer Prozess, der sich im Normalfall über Monate und oft auch Jahre hinzieht. Uwe Wrobel, Diplom-Film- und Fernsehregisseur der Hochschule für Fernsehen und Film in München, bietet den Teilnehmern einen grandiosen Zeitraffer, in nur einem Wochenende alle Stationen einer Filmproduktion selbst zu durchleben. Von der Drehbuchidee bis zur Premiere entsteht ein szenischer Kurzfilm in Gemeinschaftsproduktion. Dabei erfahren und erleben die Teilnehmer alles, was sie schon immer über Filmemachen wissen wollten, sich aber noch nie selbst zu machen getraut haben.
www.filmseminare.de/filmworkshop

Tonseminar DER GUTE TON am 11. und 12. Januar 2020

Der Film kann noch so gut sein – ist der Ton schlecht, ist alles für die Katz! Während oft alle Energie bei Dreharbeiten auf die Qualität des Bildes gerichtet wird, verzeiht der Zuschauer nichts so wenig wie einen schlechten Ton. Marc Parisotto, als Tonmeister u.a. ausgezeichnet mit dem Deutschen und dem Österreichischen Filmpreis, zeigt den Teilnehmern im Rahmen dieses Wochenendes von der Pike auf, wie man die richtige Equipmentauswahl trifft, einen guten O-Ton am Drehort aufnimmt und die Anforderungen der Postproduktion umsetzt. Dabei werden die unterschiedlichsten Bedingungen, von EB- und Low-Budget-Produktionen bis hin zu High-Class Produktionen berücksichtigt
www.filmseminare.de/der-gute-ton

COMEDY am 25. und 26. Januar 2020

Deutschlands meistbeschäftigter Comedy-Lehrer Dirk Stiller ist gleichzeitig auch einer der erfolgreichsten Comedy-Produzenten. In diesem Seminar zeigt er, warum Komik zu erzeugen als das Schwerste gilt, es aber nicht ist. Kennt man nämlich die Comedy-Techniken, ist es sogar ausgesprochen einfach. Den Teilnehmern wird an diesem Wochenende alles Wichtige vermittelt, um am Ende selbständig Comedy schreiben zu können.
www.filmseminare.de/comedy-schreiben

DAS GEHEIMNIS MITREISSENDER DREHBÜCHER am 25. und 26. Januar 2020

An diesem Wochenende werden die Teilnehmer des Seminars in das Geheimnis mitreißender Drehbücher eingeführt. Dabei dreht sich alles um die beiden Komponenten „Spannung“ und „Konflikt“ – wie man diese beiden Faktoren erreicht, erläutert Dozent Martin Thau anhand vielfältiger Filmbeispiele in Theorie und Praxis. Martin Thau war vor seinem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) Unterhaltungsautor, hat Drehbücher für Film und Fernsehen geschrieben und leitet seit 20 Jahren die Studien der Drehbuchwerkstatt München an der HFF.
www.filmseminare.de/spannung-konflikt

Eine vollständige, laufend aktualisierte Übersicht unseres breiten Programms gibt es unter www.filmseminare.de.

Filme machen ohne Geld – Workshops mit Filmwerkstatt-Vorstand Martin Blankemeyer

Filmwerkstatt-Vorstand Martin Blankemeyer hält seit rund zehn Jahren Workshops für Filmemacher, die Projekte jenseits der gängigen Finanzierungswege mit Förderern und/oder Sendern machen wollen bzw. müssen. Warum er das tut und was genau die Teilnehmer in den Workshops erwarten können, erläutert Martin Blankemeyer im Interview mit Elena Preine:

Wie bist du dazu gekommen, Workshops für No-Budget-Produktionen zu geben?

Ich wurde angesprochen, als ich gerade von der Filmhochschule kam und dort meinen Abschlussfilm gemacht hatte. Da hab ich erzählt, dass ich im Studium zwar viel gelernt habe, aber eben auch vieles, was ich nicht gebrauchen konnte und noch viel wichtiger vieles nicht, was ich hätte gebrauchen können. Wie beispielsweise, dass mir jemand erklärt, wie ich Leute dazu kriege, mir bei meinem Film zu helfen, auch wenn ich sie nicht bezahlen kann. Dementsprechend habe ich es selbst herausfinden müssen mit diversen Fehlleistungen und dann dachte ich, dass man diese Erfahrung, die ich nun habe, an andere weitergeben sollte. Es gibt einen Riesenbedarf dafür und es gab niemanden, der das gemacht hat.

Was ist der Hintergrund des Workshops? Warum ist es wichtig, dass er stattfindet?

Gerade wer anfängt, wird von den klassischen Financiers ignoriert. Um sich dorthin zu arbeiten, von denen wahrgenommen zu werden, muss man irgendwie anfangen. Und das erst einmal ohne Geld. Viele Leute haben beispielsweise nicht die Chance, eine Filmhochschule zu besuchen und so müssen sie den Teufelskreis des unbekannten Filmemachers durchbrechen. Im Gegenzug hat man in der Situation ja aber auch Vorteile, weil man wenig Kompromisse machen muss. Wenig Geld bedeutet viel Freiheit.

Wer ist also die konkrete Zielgruppe des Workshops?

Die Zielgruppe sind Leute, die Filme machen wollen und sich bei den klassischen Finanzierungsquellen kaum Hoffnungen machen können. Entweder, weil sie zu unbekannt sind, oder weil sie Projekte haben, die dort kaum Aussicht auf Erfolg haben. Ich versuche den Leuten von meinen Erfahrungen, die ich teilweise für teures Geld machen musste, etwas weiterzugeben. Der Regelbetrieb sitzt natürlich da und sagt „Geht nicht.“ Stimmt aber nicht. „Geht schon. Man muss einfach machen.“

Wie lange geht der Workshop und was ist darin enthalten?

Ich mache meist zweitägige Veranstaltungen, in denen wir das Thema theoretisch durchkauen. An Filmschulen und so mache ich aber auch längere Workshops, in denen wir dann wirklich produzieren – unter dem Motto „Something from Nothing“.
In den zweitägigen Workshops gehen wir erstmal durch eine ganz normale Kalkulation einer Spielfilmproduktion. Punkt für Punkt überlegen wir uns Antworten auf die Frage „Schön wärs, wir haben aber kein Geld. Was können wir tun?“ Dann reden wir darüber, wie man an Rechte kommt, wenn man sie nicht bezahlen kann und wie man ein Team findet, wenn man es nicht bezahlen kann. Dabei sprechen wir auch darüber, warum Menschen bei Filmen mitmachen, wenn es keine materiellen Gründe gibt. Der erste Tag beschäftigt sich also mit der Ausgabenseite. Das ist der spannende Teil an No-Budget-Produktionen.

Am zweiten Tag gebe ich gerne noch einen Überblick über den Anfang des Filmemachens und die Frage „Wo gibt es denn Geld?“. Wir gucken uns also Finanzierungsquellen an. Sowohl die regulären, aber auch ganz stark die alternativen Finanzierungsquellen. Von crowd funding über „automatische“ Förderungen bis hin zu inhaltlichen Finanzierungsansätzen entlang des Themas eines Films.

Martin Blankemeyer (Photo: Peter Boettcher)

Worin besteht für dich die Notwendigkeit von No-Budget-Produktionen?

Es gibt zwei große Anwendungsfälle. Das eine ist, den Teufelskreis des Unbekanntseins zu durchbrechen. Da ist der Wille, Filmemacher zu sein, aber keiner kennt dich. Du musst anfangen zu machen, und am Anfang ist es nicht unwahrscheinlich, dass die regulären Strukturen dir nicht helfen. Das andere sind die inhaltlichen Überzeugungstäter. Es gibt Filme, die würden in unserer Förderlandschaft, von unseren Sendern nicht gemacht werden. Das können z.B. Genrefilme sein oder auch politisch unkorrekteres, mutiges Kino.

Wie haben sich No-Budget-Filme im Laufe der Jahre entwickelt?

Die Digitalisierung bedeutet eine große Demokratisierung. Als ich angefangen habe, Filme zu machen, hat man das Geld für Kamera und Filmmaterial ausgegeben. Heute haben wir alle ständig eine Kamera dabei, mit der man tolle Geschichten erzählen kann als Nebenfunktion im Smartphone. Für alles, was über Inhalt funktioniert, reichen diese Produktionsmittel weitgehend aus. Das war vor zehn Jahren noch nicht so und so müssen sich heute wesentlich weniger Leute abschrecken lassen. Wir kommen so der Möglichkeit der Zero-Budget-Produktion im Wortsinn immer näher, weil Kosten, die früher unvermeidbar waren, weitgehend verschwinden.

Siehst du auch kritische Punkte bei No-Budget-Produktionen, wie beispielsweise, dass Leute umsonst arbeiten?

Die Kritik, die ich immer wieder höre, verstehe ich wirklich nicht. Ich hab nie das Gefühl gehabt, dass jemand umsonst arbeitet. Die Motivationen, sich zu beteiligen, sind vielfältig, und Geld ist nur eine davon. Es gehen ja auch nicht nur Leute Fußballspielen, weil Ihnen ein Bundesligaclub dafür Millionen zahlt.

Seit ein paar Jahren gibt es nun den Mindestlohn. Wie lässt sich das mit No-Budget-Produktionen vereinbaren?

Wir haben nun eine klare Aussage, dass Arbeitnehmer bezahlt werden müssen, und zwar nicht irgendwann, sondern sofort. Die Lösung heißt in meinen Augen, dass man sehr klarmacht, dass es sich nicht um Arbeitsverhältnisse handelt dann fällt auch kein Mindestlohn an. Schauspieler beauftragen Produzenten, um ihnen Szenen für Ihr Showreel zu drehen  da ist der Schauspieler alles, aber kein Arbeitnehmer. Es gibt ehrenamtliches Engagement, weil man Dinge wichtig findet, und es gibt Praktika zur Berufsorientierung oder im Rahmen eines Studiums. Und last but not least kann man überlegen, ob man so eine Produktion als Koproduktionsgemeinschaft machen kann. Dann ist jeder Produzent, stellt seine Leistung bei und ist am Erfolg beteiligt.

Wer an einem Workshop mit Martin Blankemeyer teilnehmen will, findet z.B. hier Gelegenheit: